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Prolog

Na klasse! Was für ein toller Start in die Pfingstferien! Jetzt darf ich 2 ½ Wochen auf 2 Kleinkinder aufpassen anstatt mit meinen Freunden nach Berlin zu fahren! Ich sitz dann in so einem Kleinen Kaff in Bayern fest, Auerbach, wie sich das schon anhört! Und ganze 568 Einwohner!
„Nein, Francesca du kannst nicht mit nach Berlin! Zum letzten Mal! Es tut mir ja leid, aber es würde wirklich keinen sehr guten Eindruck machen, wenn du nicht mal die Verlobte von deinem Cousin kennen lernen willst!“, hatte meine Mutter gesagt. Tja und damit war Berlin für mich gegessen!
Ich bin übrigens Francesca Giordano- typischer Italienername, ich weiß aber man merkt auch an meinem Temperament, dass ich eine waschechte Halbitalienerin bin.
Ich bin seit kurzem 16 Jahre alt, 1.64m groß und somit die kleinste in meiner Clique („ die Kleene“ oder „das Standgebläse“ - so nennen mich vor allem meine männlichen Freunde, wenn sie mich mal ein bisschen ärgern wollen), habe dunkelbraune Haare, die mir ungefähr bis zu den Schulterblättern gehen, einen Pony, der richtig schön in die Augen hängt- meine Freunde sagen seit neuestem immer ich sehe aus wie Yvonne von Germany’s next Topmodel. Pah ich hatte die Frisur schon viel viel früher!- außerdem habe ich noch sehr dunkle Augen, eigentlich sahen sie sogar ziemlich schwarz aus. Ich finde meine Augen einfach genial! Ich meine, es haben nicht so viele Leute schwarze Augen oder? Naja wenn das Licht stimmt kann man schon ein leichtes Braun schimmern sehen, aber meistens stimmt das Licht nicht und so bleiben meine Augen eben schwarz.
Meine Mutter hat mir mal gesagt, sie wäre bei meiner Geburt richtig geschockt gewesen, hatte am Anfang gedacht, ich könnte ein Kind vom Teufel sein, mit solchen tiefschwarzen Augen.^^ Aber nach ein paar Minuten hatte man doch das wenige Braun in meinen Augen gesehen und meine Eltern waren irgendwie erleichtert.
Was gibt’s noch über mich zu sagen? Ich bin ein dickköpfiger, temperamentvoller und sehr lebenslustiger Mensch und bin eigentlich den ganzen Tag nur am Lachen. Naja aber Ausnahmen gibt es immer. Und heute war eine dieser Ausnahmen.

Missmutig saß ich in unserem Auto, starrte aus dem Fenster und sag der Landschaft zu, wie sie an uns vorbeirauschte. Es war ein herrlicher Tag, die Sonne schien und es war gut 21°C warm. Also nicht zu warm und nicht zu kalt. Aber dieses Wetter passte überhaupt nicht zu meiner Stimmung. Ich war total schlecht gelaunt, was bei mir wirklich nicht so oft vorkommt, aber meine Stimmung war auch berechtigt.
Mein Lieblingscousin (er ist zwar 17 Jahre älter als ich aber wir verstehen uns super) hatte eine neue Freundin bzw. seit neuestem Verlobte. Unter normalen Umständen hätte mich das wirklich gefreut, aber die Umstände waren nicht normal.
Diese Monika oder wie sie hieß hatte nämlich zwei Kinder und die waren 4 und 5 Jahre alt. Ich gestehe, ich hasse Kleinkinder! Vor allem wenn sie mir dann auch noch MEIN Zimmer wegnehmen! Na gut nicht direkt mein Zimmer, aber seit ich ca. 5 Monate alt war, bin ich mehrmals im Jahr, also immer in den Ferien (nicht die ganze Zeit aber schon mal 1-2 Wochen je nach dem wie lang die Ferien sind) und ab und zu mal am Wochenende mit meinen Eltern zu dem Bauernhof von meiner Tante und von meinem Onkel gefahren.
Als ich und mein Cousin noch „kleiner“ waren, hat er dann immer bei mir in „meinem“ Zimmer geschlafen, um mich zu „beschützen“. Dann als ich gerade mal 5 Jahre alt war und er also 22 Jahre, sind seine Eltern bei einem Autounfall gestorben.
Er hat sich dann dazu entschlossen, den Hof nicht zu verkaufen, sondern weiterhin zu betreiben.
Allerdings ist er dann auch ins Erdgeschoss „umgezogen“ und so hatten meine Eltern und ich und die ganzen anderen Verwandten, die hin und wieder mal da waren den ganzen 1. Stock für uns.
Und „meinem“ Zimmer bin ich immer treu geblieben! Man hatte von dort einen Wunderschönen Blick auf den nahen Wald und morgens weckte einen die Sonne, die direkt auf „mein“ Bett schien.
Aber jetzt würden dort diese zwei kleinen Kinder schlafen. Marco und Manuel oder wie sie auch immer hießen. Ich mochte sie schon jetzt nicht. Einer von ihnen würde jetzt in „meinem“ Bett schlafen und der andere in dem Bett, in dem immer Michael, mein Cousin geschlafen hatte. Und ich durfte auf einer Couch im Zimmer meiner Eltern schlafen! Aber was blieb mir auch anderes übrig?


Kapitel 1

„Francesca?!“ Irgendjemand rüttelte mich aus dem Schlaf. Ich schlug meine Augen auf und sah direkt in die meiner Mutter. „Wasn los?“ Eigentlich war diese Frage unnötig. Immerhin stand meine Mutter neben mir in der geöffneten Autotür, was wohl oder übel bedeutete, das wir da waren. Ich stand auf, streckte mich erst mal ausgiebig und sah mich schließlich auf dem Hof um. Es sah alles noch genauso aus wie immer. Obwohl...Doch nicht ganz! Überall lag Kinderspielzeug rum. Verschiedene Eimer, Schaufeln, Roller usw.
Man die waren noch nicht mal richtig eingezogen (das würden sie erst im September kurz vor der Hochzeit) und hatten schon ihren ganzen Müll mitgebracht.
„Sag mal, sind die kleinen Kröten schon da, oder wie?“ „FRANCESCA! Also wirklich! Das sind zwei ganz normale, nette Kinder! Und ich kann dich beruhigen, sie kommen erst morgen zum Mittagessen.“ Na was für ein Glück, noch einen ganzen Tag ohne die Giftzwerge! Das muss ich genießen! „Na dann ist ja gut! Ich geh mich mal umziehen.“ Und weg war ich. Aus reiner Gewohnheit hatte ich meinen Koffer auch gleich in „mein“ Zimmer geschleppt. „Naja den einen Tag will ich wenigstens noch hier bleiben!“ gesagt, getan. Schwups hatte ich meinen Koffer auf das zweite Bett im Zimmer geschmissen, besser gesagt ich versuchte es, aber dieses dumme Ding war einfach megaschwer! Nach einigen Anläufen hatte ich es aber doch noch geschafft und durchwühlte dann alles um das Richtige zu finden.
Ich zog ein sportliches, schwarzes Top und dunkelrote Hotpants hervor und zog mich gleich um. Danach entschloss ich mich dazu, mich etwas in die Sonne zu legen.
Wie gesagt ich wollte die „kinderfreie Zeit“ genießen! Zum Glück musste ich mich nicht mal eincremen, ich kann Wochenlang in der Sonne liegen und bekomme trotzdem keinen Sonnenbrand. Naja aber dafür werde ich auch nur sehr langsam braun.
Ich kramte noch in meinem Rucksack nach einem Buch und meinem Ipod, schnappte mir noch schnell eine Mütze und meine Sonnenbrille und machte mich dann auf den Weg nach draußen.

Ich suchte mir ein schönes Plätzchen im Garten, schlug mein Buch auf und ließ mich von Linkin Park zudröhnen. Naja so schlecht war es hier ja doch nicht(oder besser gesagt, noch nicht), ich genoss die Ruhe, die frische Luft und die Sonnenstrahlen.
Tja aber lange blieb es nicht ruhig. Schon nach 1 ½ Stunden wurde ich aus meinen Tagträumen, inzwischen hatte ich mein Buch zur Seite gelegt, gerissen

LAUTER LAUTER LAUTER LAUTERBACH
LAUTER LAUTER LAUTER LAUTERBACH
LAUTER LAUTER LAUTER LAUTERBACH
schrei doch zurück, wenn du dich für lauter hältst!
LAUTER LAUTER LAUTER LAUTERBACH
LAUTER LAUTER LAUTER LAUTERBACH
LAUTER LAUTER LAUTER LAUTERBACH
everybodys screaming louder!

ihr stellt euch hinten an wir drängeln uns vor
wir schreien durcheinander ihr wie Engel im Chor
wir gehen einfach weiter auch wenn da Stopp steht
wer ist das wohl der am Lautstärkeknopf dreht
also hebt eure Hände in die Luft wenn ihr wollt dass ich hier diesen Spinner rauswerfen
denn er meint ja genug sei genug und ab 22 Uhr nur noch Zimmerlautstärke
wo bitte sehr kommen die Vorschriften her unser ganzes Leben lang
damit ist Schluss hör jetzt auf wir gehn ab du gehst raus heut ist Tanz auf dem Vulkan...

Sofort saß ich kerzengerade da und sah mich erschrocken um. Dann sah ich den schwarzen Mercedes, der mit offener Fahrertür in der Einfahrt gegenüber stand. Das Auto stand gut 200 Meter von mir entfernt aber trotzdem dröhnte mir die Musik von Fettes Brot fast Ohrenbetäubend entgegen.
„Stefan du...!“ grummelte ich vor mich hin. Nicht mal hier hatte man seine Ruhe. Und wer war Schuld daran?
Stefan Mauch! Der 18 oder 19 jährige Sohn der Nachbarn. Vielleicht war er auch schon 20, das konnte ich nicht so gut einschätzen. Seine Eltern haben eine eigene Firma und zählen eigentlich schon zu den wohlhabenden Leuten. Ich meine ein Junge in Stefans Alter, der einen eigenen Mercedes UND einen eigenen getunten Golf UND zwei eigene Motorräder hat, da müssen es die Eltern schon haben oder?
Früher habe ich sogar ab und zu mal mit Stefan gespielt, also als ich so 4-7 Jahre alt war, aber irgendwann haben wir dann einfach keinen Kontakt mehr gehabt. Ich glaube auch nicht, dass er mich jetzt noch erkennen würde!

Dann kam auch schon ein „Junge“ , wenn man ihn noch so nennen kann in mein Blickfeld, es war Stefan, setzte sich in den Wagen, schlug die Tür zu und fuhr dann wieder weg.
Ruhe! Wie entspannend! Ich war so glücklich! Aber leider verging der Tag viel zu schnell...


Kapitel 2

Tja heute war wohl der Tag der „Wahrheit“. Heute würden die kleinen Blagen kommen. Na ganz toll! Und siehe da, pünktlich zum Mittagessen rollte auch schon ein roter Kombi auf den Hof. Heraus stieg eine Frau mit kurzen, hellbraunen Haaren, die ich auf Anfang 30 schätzte. Sie öffnete die hinteren Türen und heraus stiegen sie! Meine Alpträume in Person! Marco und Manuel! Und als könnte es nicht anders sein, fingen sie auch sofort an zu quengeln „Mami ich hab Hunger!“ „Mami ich will spielen!“ „Mami ich hab Durst!“ „Mami ich muss aufs Klo!“

Mann, diese kleinen Kinder hingen mir jetzt schon zum Hals raus!
„Ah, Sie müssen Herr und Frau Giordano sein! Und du bist dann sicher Francesca!“ ich nickte nur stumm aber meine Mutter ging sofort auf die Frau zu und schüttelte ihr die Hand , „Warum duzen wir uns nicht einfach? Ich bin Helen und das ist mein Mann Vincenzo. Ich bin die Tante von Michael.“ „Ich bin Monika. Schön euch endlich mal kennen zu lernen! Ich war ja total verwundert, als Michael sagte, seine Tante wäre nur 10 Jahre älter als er!“ „Ja da wundern sich viel, aber na ja, zwischen mir und meinem Bruder war ja auch ein Altersunterschied von 16 Jahren!“ und so ging das noch ziemlich lange weiter.
Genervt stocherte ich in meinem Essen herum. Ich bekam von dem Genörgel der Zwerge langsam Kopfschmerzen!
„Ach ja und Francesca“, wandte sich Monika dann an mich, „heute Abend kommt meine Schwester mit ihren zwei Söhnen. Leider muss sie morgen schon wieder weg, sie muss arbeiten, aber die zwei Jungs bleiben die ganzen Ferien! Ich glaube sie werden dir gefallen. Sie dürften so in deinem Alter sein.“ Ich verschluckte mich fast an der Kartoffel, die ich mir gerade eben in den Mund schieben wollte. Wie bitte? Noch zwei aus der Sippschaft? Womit hab ich das verdient? Gefallen, pah! „Oh... das freut mich!“ Hach ich bin ja immer so höflich!
Ich schob meinen Teller zur Seite und mit einem knappen „Ich geh joggen.“ stand ich auf und ging nach oben. Ins Zimmer meiner Eltern. Ich musste ja heute Morgen aus „meinem“ Zimmer ausziehen!

Wieder wühlte ich in meinem Koffer nach den richtigen Klamotten. Ich hatte noch keine Lust gehabt, auszupacken. Wenn es nach mir ginge würde ich am liebsten zurück nach Frankfurt. „Und ich bin früher mal gerne hierher gekommen!“ nuschelte ich vor mich hin, während ich mich umzog. Schwarze Shorts und weißes Top, dann wieder mal meine Mütze und bevor ich aus dem Zimmer ging, holte ich noch meinen Ipod. Daheim ging immer Emma mit mir joggen, da brauchte ich keine Musik, aber jetzt war ich ja alleine, da mussten mal wieder die Ärzte, Greenday, die Hosen und so weiter herhalten.

Good Riddance mitsummend ließ ich die Haustür hinter mir ins schloss fallen und machte mich auf den Weg. Ein Glück, dass ich mich nach 16 Jahren zumindest halbwegs auskannte.
Ich schlug den Weg in Richtung Wald ein und lief dann auf einem schmalen Pfad durch den Wald bis zu einer Straße auf der anderen Seite. Ich blinzelte erst mal in die warme Sonne. Im Wald war es doch etwas dunkler und kühler gewesen. Ich ging ein Stück gemütlich an der Straße entlang und kniete mich dann hin, um meinen Schuh neu zu binden.
Als ich mich gerade wieder aufrichten wollte, wurde ich fast von einem Motorrad über den Haufen gefahren „hast du eigentlich den Arsch offen du Spinner? Ich glaub dir geht’s nich mehr ganz gut!“ schrie ich dem Fahrer hinterher, als das Motorrad plötzlich stoppte. Oh oh! Der hat mich doch nichtgehört oder? Das hätte der doch nicht hören können!
Der Fahrer stieg ab und nahm den Helm ab. Dann kam er auf mich zu. Ich atmete erleichtert auf, es war nur Stefan.
„Hey sorry! Ich hoff ich hab dich nicht verletzt!“ er stand nun direkt vor mir und sah mich entschuldigend an. „Nee nur fast!“ „Da bin ich aber beruhigt!“ meinte er und grinste mich an ,“ Warte mal, bist du nicht die, die grade beim Michael wohnt?“ „Jep bin ich. Ich heiße Francesca.“ Irgendwie war es ein bisschen komisch, mich vorzustellen obwohl ich ihn ja eigentlich kannte.
„Ich bin Ste...“ er stockte und schaute mich ungläubig an „Francesca? Francesca Giordano?“ ich nickte und fand mich Sekunden später in seinen Armen wieder. Dann schob er mich ein stück von sich weg und musterte mich prüfend. „Wow du hast dich aber echt richtig verändert!“ „Ja ne... Is ja nach so vielen Jahren auch kein Wunder oder?“ ich grinste ihn fröhlich an. Jetzt war ich es, die ihn prüfend anschaute. Von nahem hatte ich ihn nämlich schon länger nicht mehr gesehen.
Er hatte relativ kurze, schwarze Haare, die vom Helm verstrubbelt waren, graue Augen und ein, wie ich zugeben muss, sehr schönes Gesicht. „Wie alt bist du jetzt eigentlich?“ „16,seit kurzem, besser gesagt seit 2 Monaten.“ „Stimmt ja, drei Jahre jünger als ich. Naja 4 um genau zu sein. Ich werd ja am 19. 20!“ „Is ja cool! Das ist ja schon in einer Woche! Da bin ich noch hier!“ „Na dann bist du herzlich eingeladen!“ und so redeten wir noch ziemlich lange weiter. Als es dann dunkel wurde machten wir uns auf den Rückweg. „ich nehm dich mit!“ hatte Stefan gesagt und so fuhr er mich mit dem Motorrad direkt zurück zum Hof.


Kapitel 3

Stefan hielt direkt vor der Haustür. Das nenn ich Service! „Danke fürs Heimfahren!“ „Kein Problem, mach ich doch immer wieder gerne!“ ich lächelte ihn an, doch das Lächeln gefror sofort wieder, als mein Blick auf die Autos im Hof fiel.
Also der BMW war von uns, der Jeep von Micha, der Kombi von Monika, aber von wem war den bitte der silberne Audi? Das Nummernschild war auch nicht „einheimisch“.
„Och nee!“ Stefan schaute mich fragend an und folgte dann meinem Blick. „Wasn los?“ fragte er mich nun. Anscheinend war er aus dem Auto nicht schlüssig geworden. „Das ist bestimmt das Auto von der Schwester von Monika. Das heißt das die bescheuerten Söhne von der auch da sind!“ „Wenn’s dir zu viel wird, kannst du gerne zu uns rüberkommen. Unser Gästezimmer ist noch frei!“ „Vielleicht werd ich drauf zurückkommen!“ meinte ich grinsend und umarmte dann meinen neuen, alten Freund zum Abschied. Ich ging ins Haus und wollte auch gleich duschen gehen. Zuerst tapste ich suchend durchs Haus und fand die anderen schließlich im Wohnzimmer. Die Neuankömmlinge übersah ich einfach. „Bin wieder da! Ich geh dann auch gleich mal duschen!“ „Sag mal wo warst du denn so lange? Wir haben uns richtig Sorgen um dich gemacht! Nicht mal dein Handy hast du dabei!“ mein Vater warf mir einen strengen, vorwurfsvollen Blick zu. Den anderen hatte ich demonstrativ den Rücken zugewendet. Die wollte ich gar nicht sehen! „Tschuldigung, aber erst hat mich Stefan fast umgefahren und dann haben wir die ganze Zeit geredet und gar nicht auf die Uhr geschaut! Das nächste mal nehm ich mein Handy mit und ruf an wenn wieder so was ist! Versprochen! Nicht böse sein, okay?“ ich schaute meinen Vater mit diesem Dackelblick an, bei dem er immer weich wurde. „Is ja schon gut! Und jetzt ab unter die Dusche! Und schau mich nicht immer so an!“ meinte mein Vater schließlich. Ich grinste ihn an und ging mit einem „Hab dich lieb!“ aus dem Raum. Direkt ins Bad. Jetzt war erst mal ausgiebig duschen angesagt!

Nach fast einer Stunde ging ich dann, nur in ein Handtuch eingewickelt, wieder aus dem Bad. Ich hatte gar nicht mehr daran gedacht, dass wir jetzt nicht mehr unter uns waren. Das war ein Fehler!
Und als könnte es nicht anders kommen, stieß ich auch schon mit einer anderen Person zusammen. Es war ein mir unbekannter Junge mit langen Dreadlocks, die er zu einem Zopf gebunden hatte. Er hatte Hip Hop Klamotten an, die ihm mindestens 2 Nummern zu groß waren. Er grinste mich an und half mir wieder auf die Beine.
Mein Handtuch war inzwischen gefährlich weit herunter gerutscht. Schnell zog ich es wieder weiter nach oben und hielt es dann auch noch mit einer Hand fest.

„Das nenn ich mal eine stürmische Begrüßung! Ich bin Tom.“ Sein Grinsen wurde noch viel breiter und er streckte mir eine Hand entgegen.
„Schön für dich!“ gab ich gereizt zurück. Na ganz toll ein Hopser! Na gut Stefan hörte zwar auch Hip Hop aber er zog sich nicht so an und benahm sich auch nicht so! „Pass das nächste Mal gefälligst auf wo du hinlatschst und gaff mich nich so doof an!“
Baff! Das hatte gesessen! Verdutzt starrte mich der Junge, Tom an, die Hand immer noch ausgestreckt. Ich drehte mich um und ging nach oben. Im Zimmer angekommen schloss ich erst mal die Tür ab. Ich wollte mich umziehen bzw. anziehen und mit solchen Leuten im Haus musste ich ganz schön aufpassen!

Ich suchte mir eine Hüfthose heraus und zog dann noch meine Trainingsjacke aus dem Koffer und zog mich schließlich an. Ich hatte keine Lust, mir die Haare zu föhnen, also kämmte ich sie nur und ging dann mit nassen Haaren zurück ins Wohnzimmer.
Irgendwann musste ich dieser Familie ja gegenüber treten, immerhin würde ich 2 ½ Wochen mit ihnen unter einem Dach leben.
Zum meinem Glück stellte ich fest, dass zumindest die kleinen Nervensägen schon im Bett waren. Alle anderen blickten auf, als ich den Raum betrat.


Kapitel 4

„Morgen!“ grummelte ich und ließ mich neben meinen Vater auf das Sofa fallen. Sofort kam Beethoven angetapst. Er war ein großer, ganz schwarzer Kater, der mir „gehörte“. Ich war der Meinung, Beethoven gehörte nur sich selbst, aber ich war anscheinend sein Lieblingsmensch und er kam immer sofort angerannt, sobald er mich sah oder auch nur hörte.
Er sprang mir auf den Schoß und ich kraulte ihn abwesend hinter den Ohren.

„Also das ist unsere Tochter Francesca. Ihr habt sie ja vorhin nur kurz zu Gesicht bekommen.“, stellte meine Mutter mich vor, da ich keine Anstalten machte, dies selber zu tun.
Ich schaute dann aber doch auf, immerhin wurde ja über mich gesprochen.
Mir gegenüber saßen Michael, Monika, eine weitere Frau, die Monika sehr ähnlich sah und zwei Jungs. Einer von ihnen war Tom. Er schaute mich irgendwie betrübt an. Vielleicht hatte ich ihn ja in seiner Hopser- Ehre verletzt. Ich meine die denken doch alle, sie wären die Weiberhelden schlechthin.
Toms Bruder sah allerdings noch viel komischer aus. Er hatte lange schwarze Haar, ein Piercing in der Augenbraue und trug ein enges T-Shirt und total zerrissene Jeans. Naja immerhin hatte er einen rockigen Stil. Immer noch besser als Tom.

„Freut mich dich kennen zu lernen! Ich bin Simone und das sind meine Söhne Bill und Tom.“
„Wir sind Zwillinge!“ meinte Bill und grinste mich an. „Eineiige.“, grummelte sein Bruder.
„Ihr seid was?“ brach es aus mir hervor. Verdammt! Ich wollte doch nichts mit ihnen zu tun haben und das klang jetzt total neugierig! „Eineiige Zwillinge!“ kam es nun wieder von Bill , „klingt komisch, ist aber so!“ bei diesem Satz musste ich mir das lachen verkneifen.
Komm schon Franky! Werd nicht schwach!
„Franky, Bill, Tom, wir gehen dann mal. Wir wollten noch essen gehen. Du weißt ja wo es hier was zum essen gibt, Franky!“ das war Micha. Meine Eltern nannten mich nämlich immer bei meinem ganzen Namen und nie wie meine Freunde bei meinem Spitznamen.
„Wie ihr geht essen? Ohne uns?“ oh Mann! Tom war ja ein ganz schlauer! „Blitzmerker!“ Bill grinste nun seinen Bruder an und gab ihm einen Klaps auf den Hinterkopf.
„Ganz genau! Wir wollen mal ein bisschen unsere Ruhe haben. So ganz ohne Kinder!“ „Hey wir sind keine Kinder mehr!“ rief Bill empört, „Wir sind schon 17! Fast erwachsen!“ „Wie du eben sagtest, FAST. Also Pizza ist im Tiefkühler, die könnt ihr euch warm machen.“ Und damit waren meine Eltern, Micha, Monika und Simone auch schon aus dem Haus.

Na ganz stark! Jetzt ließen die mich hier mit denen alleine! Wie nett!
„Also ich hab verdammt Hunger!“ meinte Tom und sprang auf. Er ging auf eine der zwei Türen zu. „Falsche Richtung!“ rief ich im hinterher. „Oh upps!“ und schon war aus der anderen verschwunden.

„Und hast du irgendwelche Hobbys?“ Oh na klasse! Smalltalk! Mir kam es irgendwie so vor als hätte ich seine Stimme schon mal gehört. „Och nix besonderes. Joggen, Fußball spielen, Musik hören.“ damit widmete ich meine ganze Aufmerksamkeit wieder Beethoven. Dieser streckte sich genüsslich in meinem Schoß und begann dann, mit seinen Krallen an meiner Hose zu spielen. Das machte er immer, wenn er sich wohlfühlte. „Fußball? Cool... Ich habs aber eigentlich nicht so mit Sport!“ Mann warum kam mir denn die Stimme so bekannt vor? Ich sah den Typ heute doch zum 1. Mal! „Bist du Magersüchtig?“ Das konnte ich mir jetzt einfach nicht verkneifen. Also jemand der keinen Sport macht aber so dünn war wie er, kaum zu glauben! „Nein! Ich nehm nur einfach nicht zu. Kann so viel essen wie ich will und bleib trotzdem so dünn!“ etwas zu dünn für meinen Geschmack, fügte ich dem Gesagten in Gedanken hinzu. „Schön für dich!“ ich sah weiterhin Beethoven beim Wohlfühlen zu, aber merkte trotzdem wie Bill mir einen fragenden Blick zuwarf. „Hab ich dir...!“ weiter kam er nicht, denn er wurde von seinem Zwillingsbruder unterbrochen.

„Verdammte Scheiße! Ich war doch nur 3 Minuten weg!“ hörten wir ihn aus der Küche fluchen. „Ähm findest du auch, das es hier ein bisschen verbrannt riecht?“ fragte mich Bill und keine 2 Sekunden später stand auch schon Tom in der Tür. „Man Kacke! Die Pizzas sind angebrannt! Dabei war ich doch nur ganz kurz draußen!“
„il mio dio Tom! Che cosa ora avete fatto già ancora? con che cosa io guadagn? (-mein Gott Tom! Was hast du jetzt schon wieder gemacht? Womit hab ich das verdient? [also ich hoff mal das stimmt, wenn nich is die Übersetzungsmaschine doof]) Das war unser Essen du Nuss!“ Die beiden starrten mich verdutzt an. Tja wie gesagt, das italienische Blut!

„Was hast du gesagt?“ fragte mich Tom schließlich. „Dass das unser Essen war!“ „Ja schon klar! Aber das davor!“ mischte sich Bill jetzt ein. „Ich hab gesagt, dass ich Tom übel geil finde und am liebsten sofort mit ihm in die Kiste will!“ Wie auf Kommando fiel den beiden gleichzeitig die Kinnlade runter. „Ich...Also...Ich...Gerne!“ brachte Tom schließlich hervor und grinste mich an. „Spinnst du? Das war ein Scherz! Ich hab gefragt womit ich euch verdient hab!“ „Oh... Schade...“ Der Arme! Sah ja richtig traurig aus, wie er da stand und den Kopf hängen ließ. „Aber so schlimm sind wir doch gar nicht! Du kennst uns ja nicht mal richtig!“ na ja damit hatte Bill ja schon recht, aber ich hatte eigentlich keine Lust sie kennen zu lernen. Oder doch?

Naja... Vielleicht sollte ich es mal mit den beiden versuchen. Und wenn sie so blöd waren, wie ich dachte, könnte ich ja immer noch das Angebot von Stefan annehmen.

„Und was ist jetzt mit dem Essen?“ „Ich hab da so ne Idee!“ meinte ich nur und grinste die beiden verschmitzt an.


Kapitel 5

„Hopp Schuhe anziehen! Ne Jacke braucht ihr glaub ich nicht, aber nen Pulli würd ich schon mitnehmen!“ mit einem „Okay Mama!“ setzten sich die Jungs in Bewegung. Okay Mama? Hab ich mich echt so angehört? Oh Gott ich werd alt! Ich kramte noch in einer Schublade nach Geld, wenn sie schon ohne uns essen gehen, müssen sie wenigstens auch unser Essen zahlen, dachte ich mir und schnappte mir einen 50€ Schein. Dan suchte ich auch noch nach einem Schlüssel. Wär ja schön blöd, wenn wir nachher nicht mehr ins Haus kommen. Schließlich legte ich noch einen Zettel auf den Küchentisch, damit sich die Erwachsenen keine Sorgen machten und zog mir dann schließlich meine Schuhe an.

Bill und Tom standen schon fix und fertig neben der Haustür und warteten auf mich. Kurze Zeit später standen wir auch schon auf der Straße. Es war noch angenehm warm und der Himmel war total klar. Vollmond, wie schön!
Nach ein paar Metern fragte mich Tom dann, „Wohin gehen wir eigentlich?“ „Zu unserem Essen!“ gab ich zurück und ging weiter. „Und wann sind wir da?“, fragte er weiter. „Hm also ich würde sagen, so in 15 Minuten.“ „Aber bis dahin sterbe ich vor Hunger!“ „Tja daran bist du ja am Meisten schuld oder? Wer hat denn unser Essen verbrannt? Du oder ich?“ „Jah ist ja gut!“ grummelte er und tapste weiter neben mir her. Bill hatte uns die ganze Zeit grinsend zugesehen , „Also ihr hört euch an wie ne Mischung aus Mutter- Kleinkind- und altes- Ehepaar- Gespräch an!“ dafür trat ihm Tom erst mal richtig gegens Bein „Mensch spinnst du? Das hat voll wehgetan!“ fuhr Bill ihn an und gab seinem Zwilling einen ziemlich harten Schlag auf den Hinterkopf. Jetzt fingen die beiden richtig an zu streiten. Ich stand daneben und war kurz davor loszulachen.
„Also ihr zwei seid echt wie Kleinkinder!“ die beiden sahen überrascht auf, nickten sich kurz zu und wollten dann auf mich losgehen. Zum Glück wurde ich von einem Auto, das direkt vor uns hielt gerettet.
Es war ein schwarzer Mercedes. Ich erkannte natürlich sofort, das es der Wagen von Stefan war. Dieser stieg auf sofort aus. Er hatte mich anscheinend auch erkannt.
„Na wo wollt ihr denn hin?“ fragte er mich und umarmte mich zur Begrüßung. „Zum Ratskeller! Und du?“ „Ich auch! Wohin denn sonst?“ er grinste mich an und nahm dann die Zwillinge, die direkt hinter mir standen unter die Lupe. „Seid ihr nicht...“ hinter mir zappelten Bill und Tom irgendwie komisch rum, aber als ich mich umdrehte standen sie beide ganz normal wie die reinsten Unschuldslämmer.
„...Die Neffen von Monika?“ „Jep genau die sind wir.“, antwortete ihm Tom. „Und wie gefällts euch hier in dem Kaff?“ „Och na ja wir sind ja gewohnt, dass nicht viel los ist. Wir kommen ja selber aus sonem kleinen Kuhdorf in der Nähe von Magdeburg.“ meinte Bill nur und zuckte mit den Schultern. „Also na ja das mit dem nicht viel los stimmt hier eigentlich nicht. Es gibt irgendwie so gut wie jedes Wochenende was zu feiern und es stört dann auch keinen, wenn’s mal ein bisschen lauter wird, weil es ja sonst nix zum aufregen gäbe! Naja und nächste Woche is mein 20 Geburtstag, ich denk mal da wird wieder ordentlich gefeiert!“
Munter redend stiegen wir dann alle ins Auto, da Stefan sich freundlicher Weise dazu bereiterklärt hatte, uns mitzunehmen. Darüber waren die Zwillinge sichtlich erfreut, nach ihrer Aussage hatten sie auch überhaupt keinen Bock bis zum Ratskeller zu laufen.

Als wir ankamen war es dort schon ziemlich voll, aber wir fanden dann doch noch einen gemütlichen Vierertisch in einer Ecke. „Und was gibt’s hier denn alles zum Essen?“ na klar. Tom dachte mal wieder nur ans Essen! „Also heute is All you can eat angesagt. Was glaubst du denn warum ich euch hergebracht hab?” bei dieser Antwort leuchteten seine Augen auf. Aha man konnte ihn also ganz einfach mit viel Essen glücklich machen.

Wir langten auch alle ordentlich zu und wurden auch richtig schön satt. Das Essen war wirklich genial und ich war am Schluss fast am platzen, weil ich so viel gegessen hatte.
Stefan bestellte dann erst mal für uns alle einen Schnaps, da wir uns schon die Bäuche hielten und Schnaps war ja gut zur Verdauung^^
Und wirklich, es ging uns doch ein wenig besser. Irgendwann machte ich mich mal auf zur Toilette und als ich wiederkam, waren „meine“ Jungs (mittlerweile verstand ich mich auch mit den Zwillingen recht gut, auch wenn ich das nie gedacht hätte) eifrig am tuscheln. Mich interessierte wirklich über was die sich da so angeregt unterhielten. Ich trat ein Stück näher an den Tisch heran und konnte so einigermaßen gut verstehen was sie da sagten.

„Also an eurer Stelle würde ich es ihr so schnell wie möglich sagen!“ „Ach ja und wie sollen wir das bitte anstellen?“ „Was weiß ich! Aber wenn sie es selber rausfindet, könnte das unter Umständen sehr schmerzhaft für euch werden!“ „Sollen wir vielleicht zu ihr hingehn und sagen „Hey Franky! Dir ist es vielleicht nicht aufgefallen, aber wir sind Bill und Tom Kaulitz von Tokio Hotel!“ oder was?“
„Wie bitte? Hab ich das grade richtig verstanden?“ Erschrocken sahen die drei auf.


Kapitel 6

„Franky wir...!“ fing Bill an. Natürlich, daher kannte ich seine Stimme. Der Sänger von Tokio Hotel! „Tu mir einen gefallen und halts Maul! Das habt ihr ja vorher auch so toll geschafft! Habts ja nicht für wichtig gehalten mir diese „Kleinigkeit“ zu sagen! Verarschen kann ich mich selber! Siete genuinly povero! Fori dell'asino! [ihr seid echt arm! Arschlöcher!]“ und damit drehte ich mich auf dem Absatz um und rannte weg! Naja soweit man das wegrennen nennen konnte. Es war immer noch sehr voll, also musste ich mir meinen Weg durch die Menge bahnen.
„Ich geh ihr nach! Alleine!“ hörte ich Stefan hinter mir sagen. Na danke! Er hatte es auch gewusst und mir nicht gesagt! Toller Freund! Ein kleines Stimmchen im Hinterkopf sagte mir, das Stefan ja auch erst seit kurzem wusste das Bill und Tom von TH waren, aber dieses Stimmchen überhörte ich einfach. Ich rannte einfach weiter.

„Franky! Jetzt warte doch!“ rief Stefan mir nach, aber ich hörte nicht auf ihn. Der soll mich bloß in Ruhe lassen!
„Francesca Giordano! Ascoltano me tuttavia pochi![ jetzt hör mir doch wenigstens zu!]“ jetzt drehte ich mich doch zu ihm um. Ich war einfach überrumpelt! „Seit wann kannst du denn Italienisch?“ fragte ich ihn, als er mich dann eingeholt hatte. „ Seit 5 Jahren oder so. Ich hatte einfach mal Lust die Sprache zu lernen, also hab ich’s als Schulfach gewählt. Willst du jetzt mit mir reden?“ „Sì![ja]“ wir gingen noch ein paar Meter weiter und setzten uns dann auf eine Bank.
„Also reden wir! Warum hast du mir nichts gesagt?“
„Na ich wollt es dir doch sagen! Aber du musst auch die zwei verstehn! Stell dir vor du bist berühmt und jedes mal wenn du jemand kennen lernst, fragst du dich, „Will der jetzt was mit mir zu tun haben, weil ich ich bin, oder nur, weil ich berühmt bin?“ und du hast sie eben nicht gekannt. Also wussten sie, alles was du zu ihnen sagst, so wie du sie behandelst, so haben sie es verdient. Du hast sie nicht anders behandelt, nur weil sie berühmt sind.“
„Soll ich ehrlich sein? Ich versteh sie trotzdem nicht! Ich behandle doch niemand anders, nur weil er berühmt ist! Das is einfach nur lächerlich. Oh toll der ist berühmt, da muss ich mich jetzt einschleimen! So nen Müll würd ich nie machen!“ , ich war echt total enttäuscht! Dachten die etwa, ich wär eine, die so was nötig hätte?
„Ich glaub das doch gar nicht! Außerdem haben die zwei ja auch gesagt, du hättest sie am Anfang, bevor du sie richtig kennen gelernt hast überhaupt nicht gemocht. Und sie glauben auch nicht, dass sich da was geändert hätte, wenn sie es dir gesagt hätten. Aber sie haben eben schon viele schlechte Erfahrungen gemacht!“
„ Na toll, und warum sagen sie mir das nicht selber?“ langsam wurde ich wieder wütend. Die trauten sich ja nicht mal, sich bei mir zu entschuldigen! Stefan grinste mich nur an und schüttelte dann schon fast lachend den Kopf.
„Du wolltest doch gar nicht! Du hast Bill sogar noch gesagt, er soll’s Maul halten.“
Oh...Das hatte ich wohl verdrängt. Langsam wurde mir auch klar, wie dumm ich mich eigentlich verhalten hatte. Wie ein kleines Kind!

„Es tut mir leid Stefan, dass ich dich so angemotzt hab! Du kannst ja am wenigsten dafür und außerdem hätte ich mich nicht so anstellen sollen!“
Mit einem Lächeln auf den Lippen umarmte er mich , „Alles schon wieder vergessen! Aber bei Tom und Bill solltest du dich vielleicht auch entschuldigen!“ ich nickte und schon war er aufgesprungen und zog mich hinter sich her.

Wenige Minuten später standen wir auch schon wieder vorm Ratskeller. Jetzt hieß es wohl Augen zu und durch!


Kapitel 7

Wieder mussten wir uns den Weg zum Tisch durchbahnen, obwohl jetzt schon ein kleines bisschen weniger los war.
Wir traten zu Bill und Tom, die auch gleich aufblickten und uns, oder zumindest mich verwundert ansahen.
„Jungs...es tut mir leid! Ich hätte mich wirklich nicht so anstellen sollen! Aber manchmal geht eben mein Temperament mit mir durch.“ Bill der mir am nächsten war, stand auf und kam auf mich zu. Dann tat er etwas, dass ich nicht erwartet hatte. Er umarmte mich! „Uns tut es auch leid! Wir hätten es dir ja sagen sollen!“ sagte er und sah mir dann ganz tief in die Augen. Wow seine Augen waren echt schön. Ein ganz reines braun. Richtige Rehaugen!
Aber plötzlich wich er erschrocken von mir zurück und starrte mich dann geschockt an.
„Du...du... Du hast ja schwarze Augen!“
Tom und Stefan brachen darauf hin in schallendes Gelächter aus. Das Gesicht von Bill war auch einfach zu geil. Er sah aus als hätte er gerade nen Dämon oder so gesehn.
Als sich die zwei dann wieder gefangen hatten, kam Tom auf mich zu und betrachte mein Gesicht genauestens. „Is ja irre!“ murmelte er vor sich hin, „Ich hab noch nie jemand mit schwarzen Augen gesehn!“ meinte er schließlich. „Naja... sie sind ja auch nicht wirklich schwarz. Eigentlich braun, aber eben so dunkel, dass es aussieht als wären sie schwarz, außer wenn es ganz hell ist.“ „Is trotzdem irre!“ hielt Tom an seiner Aussage fest und Bill und Stefan nickten zustimmend. Na wenn sie meinen...

Eine halbe Stunde später standen wir bei Mauchs in der Einfahrt. Stefan war mal wieder so gütig gewesen und hatte uns wieder mitgenommen. „Also dann, der Abend war doch bis auf den kleinen Zwischenfall ganz gelungen oder?“ fragte Stefan in die Runde und wir grinsten uns alle an. „Wir können gerne mal wieder was zusammen unternehmen und es würde mich auch echt freuen, wenn ihr zwei auch zu meinem Geburtstag kommen würdet!“ fuhr Stefan fort.
„Klar können wir mal wieder was machen und natürlich kommen wir auch zu deinem Geburtstag!“ meinte Bill mit einem Nicken. „Das wollen wir uns doch nicht entgehen lassen!“ stimmte Tom seinem Zwilling zu. Dann verabschiedeten wir uns noch von Stefan und machten uns schließlich auf den unglaublich langen Heimweg.

Die Erwachsenen waren auch schon wieder da und saßen munter schwatzend im Wohnzimmer. Als wir drei, immer noch in ein Gespräch vertieft und lachend, das Wohnzimmer betraten sahen uns alle an.
„Na das freut mich aber, dass ihr euch so schnell angefreundet habt!“ meinte Simone mit einem Lächeln auf den Lippen. Wir grinsten nur doof und setzten uns dann zu den andren.
Wie immer kam Beethoven zu mir und ließ sich auf meinen Beinen nieder. Als Begrüßung gab ich ihm erst mal einen Kuss zwischen die Ohren. Meine Eltern fanden das zwar nicht so toll, aber ich liebte diesen Kater einfach über alles.
Auch Bill, der neben mir saß, streichelte Beethoven abwesend über den Rücken, während er dem Gespräch der Erwachsenen folgte. Ich war total verblüfft, dass Beethoven das über sich ergehen ließ, da er ja sonst immer alle außer mich anfiel, wenn sie ihn streicheln wollten.
Naja vielleicht merkte er ja, dass Bill Katzen genauso liebte wie ich, wer weiß?

Gegen 24 Uhr gingen dann unsre „alten Herren“ ins Bett, so dass nur noch Bill, Tom und ich übrig blieben. Wir unterhielten uns noch eine Weile, und fragen uns dann, was wir noch machen wollten. Immerhin war keiner von uns müde.

Also durchsuchten wir die DVD-und Video-Sammlung von Micha. Der hatte einen sehr guten Geschmack, was Filme anging und nach einer heftigen Diskussion entschieden wir uns dann für The Ring.
Eigentlich wollten die Jungs Band of Brothers ansehen, aber um ehrlich zu sein, hatte ich keine Lust, jetzt noch einen 10-Stunden-Film anzufangen. So einen Film musste man schließlich schon am Stück anschauen und so entschlossen wir uns, dass dann doch lieber auf einen der kommenden Tage zu verschieben. Genauso hatten wir uns dazu entschieden irgendwann auch noch alle Herr der Ringe Filme in der Extended- Version anzuschaun.

Aber jetzt widmeten wir uns erst mal The Ring. Ich fand diesen Film einfach zu geil. Horror und Psychofilme waren sowieso die besten! Auch Bill und Tom waren kleine Horror- Freaks.
Es macht eben einfach spaß, solche wirklich übertriebenen, unlogischen Filme anzusehn. Am besten war es dann natürlich, wenn noch jemand dabei war, der dann tatsächlich angst hatte. Ich verstand einfach nicht, wie manche Leute diese Filme sooo schrecklich finden können. Das war ja schließlich alles nicht real, also konnte man ja ruhig mal drüber lachen. Aber was solls, schließlich hat ja jeder von uns vor irgendwas angst.


Kapitel 8

„Lange nicht mehr so gelacht!“ meinte Tom und streckte sich genüsslich, während der Abspann von „The Ring“ über den Bildschirm flimmerte. Es war auch echt zu geil gewesen. Durch die Kommentare, die Bill und Tom immer abgelassen haben, wurde aus dem Film eine echte Komödie! „Aber vorhin hast du überhaupt nicht gelacht! Da hast du geschrieen wie ein Mädchen!“ Bill duckte sich nach dem Satz schnell hinter mich, da Tom schon weit ausgeholt hatte. Natürlich wollte er seinen Bruder nicht wirklich schlagen, nur ein bisschen zeigen, wer hier der ältere war. Darum bat er mich auch ganz freundlich, ein Stück auf die Seite zu gehen. Aber ich konnte mich nicht wirklich bewegen. Ich musste bei dem Gedanken an die Szene von vorhin so lachen, dass ich fast keine Luft mehr bekam. War ja auch zu lustig gewesen. Alles total dunkel im Raum, nur durch das Bild vom Fernseher ein bisschen erleuchtet, auf dem gerade irgendeine Szene kam, bei der man sich wohl fürchterlich erschrecken sollte (als ob xD) , als plötzlich Beethoven einen riesigen Satz machte und von meinem Schoß, übers halbe Sofa und direkt auf den Schoß von Tom, der gerade gebannt auf den Bildschirm starrte, sprang. Tom war so überrascht, dass er laut aufschrie. Und er klang dabei wirklich wie ein Mädchen!

„Wenn das so weitergeht ab ich spätestens Übermorgen tierischen Muskelkater im Bauch,“ murmelte ich als ich mich endlich von meinem Lachanfall erholt hatte. Ich hatte es mir gerade wieder auf dem Sofa gemütlich gemacht, tätschelte meinen Bauch und bemerkte dadurch nicht, wie sich Bill und Tom angrinsten. Hätte ich es gesehen, wäre mir sofort klar gewesen was die beiden vor hatten. Aber wie gesagt, ich hatte es nicht gesehen.
Die Zwillinge hatten sich sozusagen stumm abgesprochen und stürzten sich jetzt gleichzeitig auf mich um mich ordentlich durchzukitzeln.
„Bitte...aufhören....ich....ich mach...auch alles was...was...ihr wollt!“ japste ich und bekam dabei kaum noch Luft. Aber endlich hörten die zwei auf.
„Wie war das?“, begann Bill
„Du machst alles was wir wollen?“, in Toms Gesicht machte sich ein fettes Grinsen breit. Zwillinge eben. Wissen immer was der andere sage will. Oh mein Gott! Was hatte ich da nur gesagt?! Klasse gemacht Franky, ganz toll...
„Also dann will ich dass du uns deine Handynummer gibst!“ Verblüfft und erleichtert zugleich starrte ich Tom an. Glück gehabt, ganz großes Glück. Das hätten sie wirklich ausnützen können, aber anscheinend waren sie wirklich gutmütig.

„Was hast du denn gedacht, was jetzt kommt?“, fragte mich Bill, als er meinen Gesichtsausdruck sah , „wir sind doch zwei ganz liebe, bei uns musst du dir keine Sorgen machen“, meinte er dann mit einem Zwinkern.
„Da bin ich aber froh!“, gab ich zurück und konnte ein Gähnen nicht unterdrücken. Ich war wirklich Hundemüde.
„Ich glaub da will jemand schlafen gehen. Wirklich keine schlechte Idee“, meinte Tom und stand auf. Bill und ich taten es ihm gleich.
„Wo schlaft ihr eigentlich?“, fragte ich die beiden, während wir gerade die Treppe hoch gingen. „Gleich geradeaus“, antwortete Bill. Ich blieb wie angewurzelt stehen. Geradeaus. Das war „mein“ Zimmer! „Wer von euch schläft ihn dem Bett gegenüber vom Fenster?“ „Ich“, murmelte Bill , „warum?“ „Na toll, du schläfst in meinem Bett und ich darf auf nem unbequemen Sofa schlafen.“ „Wie ich schlaf in deinem Bett?“ Ach ja, so spät waren nicht mehr alle ganz so schnell im denken. „Naja seit ich denken kann hab ich immer in dem Bett geschlafen wenn ich hier war und jetzt darf ich wie gesagt aufm Sofa schlafen, während du in dem einzigen Bett in dem ich wirklich gut schlafen kann, außer meinem eigenen daheim, schläfst.“ „Oh, tschuldigung!“, nuschelte Bill, drehte sich dann aber zu mir um, sah mich kurz an, packte mein handgelenk und zog mich dann hinter sich her in das Zimmer. „Wenn du willst kannst du mit im Bett schlafen, is ja groß genug und es macht mir auch wirklich nichts aus.“



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